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Start Presse 2011 Klinken putzen für Sponsoren

Klinken putzen für Sponsoren

Er hat gerade noch sein Abitur gemacht und steht - wie viele andere auch - vor der Frage: was jetzt? Wehr- oder Zuivildienst sind ausgesetzt. Ausbildung bzw. ein Studium beginnen oder Erfahrungen sammeln in einem freiwilligen sozialen Jahr? Patrick Fretter aus Fretter, Abiturient des Gymnasiums Maria Königin in Altenhundem, hat die Frage für sich beantwortet, denn von einem Freund, der ein Jahr lang in Israel war, weiß er von einer "eigentlich ganz tollen Sache". Die "Aktion Sühnzeichen Friedensdienste" entsendet jedes Jahr rund 180 Frauen und Männer in Länder, die in besonderem Maße unter der NS-Herrschaft gelitten haben: Belgien, Frankreich, Großbritannien, Israel, die Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, Tschechien, die Ukraine, die USA und Weißrussland. Die Freiwilligen sind überwiegend junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren.
Patrick Feldmann hat sich beworben und kann ab dem 1. September im "Centre de la memoire d'Oradour" arbeiten. Kann - denn ganz so einfach macht es die Aktion Sühnzeichen Friedensdienste ihren Freiwilligen nicht. "Jeder muss", so Patrick Feldmann, "fünfzehn Spender finden, die den Aufenthalt 12 Monate lang mit monatlich 12 Euro unterstützen. Sonst wird es nichts."
Ausdrücklich ausgeschlossen ist es, dass wohlhabende Eltern den gesamten Betrag (also 15 x 144 Euro) alleine übernehmen. "Der Dienst", sagt Patrick Feldmann, "soll allen Schichten offen stehen, und man soll auch zeigen, dass man sich selbst für eine solche Sache einsetzt, indem man die Leute anspricht und um Spenden bittet".
Eine große Familie kann helfen, aber in aller Regel müssen die Bewerber tatsächlich "Klinken putzen". Patrick Feldmann war (erfolgreich) beim Finnentroper Bürgermeister und hat ebenso erfolgreich die SPD-Bundestagsabgeordnete Crone angesprochen. "Ich war überrascht, dass die so positiv reagiert haben."
Wenn Patrick Feldmann seinen Sponsorenring mobilisieren kann, wird er in der Gedenkstätte Oradur sur Glane arbeiten, die an ein Massaker durch SS-Truppen erinnert:
Am 10. Juni 1944 erschienen gegen 14.00 Uhr 120 Soldaten der 3. Kompanie des SS-Panzergrenadierregiments 4 im 30 Kilometer nordwestlich von Limoges gelegenen Oradour-sur-Glane. Die Dorfbewohner wurden zunächst auf dem Marktplatz zusammengetrieben und von der SS in Männer sowie Frauen und Kinder aufgeteilt.
Die Frauen und Kinder wurden in die Kirche getrieben. Die SS-Leute zündeten daraufhin die steinerne Kirche, deren Ruine heute noch erhalten ist, an und sprengten den Kirchturm, der in das Kirchenschiff einschlug, warfen Handgranaten und schossen wahllos in die Menge. Die etwa 200 Männer, die zuvor in Garagen und Scheunen gebracht worden waren, wurden danach erschossen. (Wikipedia)
Zur Aufgabe des Friedensdienstlers gehören unter anderem Pressearbeit sowie Führungen in deutscher und in englischer Sprache. Außerdem hält er Kontakt zu deutschen Schulen und Universitäten.