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Start Presse 2010 "Zu Bethlehem geboren"

"Zu Bethlehem geboren"

Bei Feld­manns riecht es schon nach Äpfel und Nüssen. Genau genommen riecht es immer danach - denn irgendwie beschäf­tigt sich der Senior des Wohn­hauses immer mit Weih­nachten.

Als zwölfjähriger Knirps wurde Wilhelm Feldmann vom Vater in die Kunst des Krippenbauens eingeweiht. Obwohl als Maler mit ganz anderen beruflichen Aufgaben betraut, eignete er sich der Fretteraner außergewöhnliche "Krippenfähigkeiten" an.
Der naturverbundene Sauerländer fand die Rohmaterialen vor der eigenen Haustür. Der Wald, mit seinen alten Baumwurzeln, Steinen und Moosablagerungen war sein Revier. Wenn irgendwo ein altes Haus abgerissen wurde, war der Altmeister aus Krippenwerkstatt ebenfalls zur Stelle.
Uralte Holzbalken, wie etwa Teile aus dem 800 Jahre alten Gewölbe der Kirche in Schliprüthen, die Renovierungsarbeiten zum Opfer fallen sollten, wurden von Wilhelm Feldmann in eine schmucke Krippe umfunktioniert. Die Bauzeiten sind vorbei. Der betagte Handwerker wird bald 87 Jahre.
"Meine Augen wollen nicht mehr so, ich kann keine Details mehr erkennen." Unten in der Werkstatt präsentiert Feldmann eine kleine Krippenausstellung, mit allen Drum und Dran. Mit Wehmut blickt der weißhaarige Mann auf die vielen Plakate. "Feldmann's Krippenausstellung" - die Hinweise fanden sich früher in vielen Teilen der Republik wieder.
"Zu Bethlehem geboren und allen Hütten dieser Erde" lautete sein Slogan. In den Regalen stapeln sich die individuellen Krippenwerken aus Eiche oder Tanne.
Früher fuhr der geschickte Baumeister zu den Menschen und stellte seine Werke vor.
Nun wartet er darauf, dass Krippenliebhaber zu ihm kommen - In das Haus in der Gerhart Hauptmann Straße 42, wo es (fast) immer nach Äpfel und Nüssen riecht.