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Start Presse 2010 Als Fretter noch an einer kriegerischen Grenze lag

Als Fretter noch an einer kriegerischen Grenze lag

Ein derart starkes Interesse hatte Heimatbundvorsitzender Volker Kennemann zwar erhofft, aber bei weitem nicht erwartet.

Mehr als 60 interessierte Zuhörer füllten den Saal des Gashofes Arens in Fretter bis auf den letzten Platz, als Ortsheimatpfleger Wolfgang Poguntke aus Elspe seinen mit einer Fülle anschaulicher Bilder und Karten illustrierten Vortrag über die so genannte Ochsenburg in Fretter hielt. Die in einer natürlichen Erosionsdoline im Gelände „Auf der Burg“ befindlichen Mauerreste, deren Burgcharakter auch das Westfälische Museum für Archäologie in Olpe nicht anzweifelte, wurden im Sommer 1993 als ortsfestes Bodendenkmal in die Denkmalliste der Gemeinde Finnentrop eingetragen. Noch in den 1930er Jahren standen hier 1 bis 2 Meter hohe Ruinen. Der heutige schlechte Zustand erklärt sich durch die Erosion, aber auch Raubgrabungen haben öfter stattgefunden und scheinen auch heutzutage vorgenommen zu werden. 1993 diskutierte Sicherungsfragen zum Erhalt der noch verbliebenen sichtbaren Mauerreste führten zu keinem greifbaren Ergebnis. Wolfgang Poguntke hatte im Frühjahr dieses Jahres die kreisförmige Anlage untersucht und erstellte auf Grund der aufgefundenen Fundamentreste, die 1993 vom Katasteramt Olpe vermessen worden waren, sogar eine Rekonstruktion der Ochsenburg. Die Frage nach den Erbauern der Burg lässt sich nicht ganz klar beantworten. Aus dem Kreis von zehn möglichen Bauherren dürften die Grafen von der Mark am ehesten in Betracht kommen, in deren Besitz sich das zum Unteramt Fredeburg gehörende Fretter in der Zeit von 1366 bis 1444 befand. Die Burg wurde errichtet an der Grenze zum kurkölnischen Elspe bzw. an der alten Bergstraße, einer wichtigen Eisenstraße, die von Trockenbrück Richtung Fretter, den Fretterbach unterhalb der Burg querend, Richtung Wildewiese verlief. Als das Land kurköllnisch wurde, verlor die Burg ihre Bestimmung als Grenzfeste und zur Sicherung der Bergstraße. Sie verfiel, ihre Steine finden sich in umliegenden Gehöften und Scheunen wieder. Es ist ein vergessenes Bauwerk, das auch in keiner Urkunde Erwähnung findet.