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Start Presse 2010 Kaum Sonnenblumen bei Rallye am Start

Kaum Sonnenblumen bei Rallye am Start

Wenn der September beginnt und die Sonnenblumen am größten sind, macht sich in Fretter Ein Komitee der ganz besonderen Art an die Arbeit und, bewaffnet mit Block und Zollstock, auf den Weg in die Gärten der Bürger des Ortes.

Paul vom Orde, Schriftführer beim MGV Fretter, und Kassierer Reinhard Bockheim sind das „Sonnenblumen Messkomitee“ und schreiten gewissenhaft zur Tat. Bereits zum dritten Mal lud im April der MGV Fretter die Bürger des Ortes zur „Sonnenblumenrallye“ ein und verteilte über 300 Samenpäckchen an 189 Hobbygärtner, die es sich zur Aufgabe machten, den Sommer über die größte Sonnenblume des Ortes zu züchten.

„Die höchste Sonnenblume, die wir bis jetzt überhaupt gemessen haben, hatte eine Höhe von 4,47m“, erzählt Reinhard Bockheim aus den vergangene Jahren. In diesem Jahr war der Juli zu heiß, der August zu nass und den Sonnenblumenbeauftragten schwant nichts gutes, als sie auch an der vierten Gartenpforte zu hören bekommen: „Nein, in diesem Jahr haben wir keine Sonnenblumen.“ Entweder haben hier Schnecken und Vögel in größerem Maße ihr hungriges Unwesen getrieben, oder die Blumen sind „in die Erde gewachsen“, wie ein ebenfalls Sonnenblumenloser Rallyeteilnehmer mutmaßt.

Bei Friedrich Schmidt haben sie schließlich Glück. Auch wenn die Blumen etwas klein geraten sind, so hat er wenigsten welche. „Der Juli war zu heiß und die Sonnenblumen haben zu früh geblüht. Und wenn sie einmal geblüht haben, dann wachsen sie nicht mehr“, erklärt er. Mehr Glück hatte hingegen sein Nachbar Wilhelm Schulte. An seiner Hauswand haben die Sonnenblumen ein Gardemaß von 3,30m erreicht, die Blüten groß wie Teller und die Stängel dick wie ein Männerarm, können sich sehen lassen.

Bei der Sonnenblumenrallye ist „Doping“ erlaubt. Alles, was die Blume zu Höchstwachstum anspornt, dürfen die Gärtner einsetzen. Es darf gedüngt und muss gegossen werden, Schneckenkorn gegen gefräßige Plagegeister tut einen guten Dienst und manch einer schwört darauf, jeden Abend mit seinen Blumen zu reden.

In den nächsten Gärten wird wieder vergebens nach den leuchtend gelben Blumen gesucht. „Das gibt dieses Jahr nichts. Das liegt am Wetter. So etwas haben wir auch noch nicht erlebt“, zieht Paul vom Orde eine kleine Zwischenbilanz, bevor man im Garten von Hubert Albers doch noch einmal fündig wird. 2,27m misst seine größte Sonnenblume, die zwischen riesigen Zucchini aus der Erde ragt und den Hobbygärtner zu der Frage verleitet, ob denn das enorm gut gediehene Gemüse nicht auch zugelassen sei. Aber da hat er leider Pech gehabt.

Die Sonnenblumen von Reinhard Bockheim selbst haben in diesem Jahr nur 2,40m geschafft. „Das ist nichts Besonderes“, sagt der Sangesbruder und faltet seinen Zollstock zusammen. Gewonnen hat am Ende Willi Schulte mit seien 3,30m großen Blumen. Zweite wurde Ulrike Richard mit 3,24m und auf dem dritten Platz landete Elmar Gerk. Seine Sonnenblumen brachten es immerhin noch auf 3,23m.

Auch wenn die Ausbeute in diesem Jahr recht spärlich war, so freuen sich doch schon alle auf das nächste Jahr, wenn es Anfang September wieder an vielen Türen in Fretter klingelt und man Hört: „Guten Tag. Das Sonnenblumen Messkomitee ist da.“