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Chronik

Gemachte Funde in der Deutmecker Höhle deuten darauf hin, dass bereits in der vorrömischen Eisenzeit (800 v.Chr. - Chr.Geb.) im Gebiet um Fretter Menschen gelebt haben. Jedoch erst im frühen und hohen Mittelalter ist dieses Gebiet schließlich als bleibender Siedlungsraum erschlossen worden.

Aufgrund der kleinklimatischen und für frühmittelalterliche Viehbauern günstige Lage ist es als relativ sicher anzusehen, dass es bereits um ca. 800 n.Chr. erste Ansiedlungen in der Frettersenke gab, wofür auch eine nicht gerade kleine Kirche in Schönholthausen im 10. oder 11. Jahrhundert spricht. Sprachforscher glauben herausgefunden zu haben, dass der Name „Fretter“ zum Teil einer vorgermanischen Namensschicht gehört, was die Vermutung stützt, dass die Besiedlung zumindest auf die karolingisch-ottonische Zeit (9. und 10. Jahrhundert) zurückzuführen ist.

Die erste sichere Erwähnung findet Fretter in einem als Kopie erhaltenen Zehntlöseregister aus dem Jahre 1279. Da nur sehr wenige Urkunden vorhanden sind, kann über die Dorfentwicklung bis ins 16. Jahrhundert hinein recht wenig Sicheres gesagt werden. Aus dem Jahre 1536 gibt es zum ersten Mal eine genauere Auskunft über die Anzahl der Höfe und Einwohner. Danach zählten hier zu Fretter um die 20 Häuser mit etwa 130 Bewohnern. 1759 gab es in Fretter 22 Wohnhäuser und weitere 20 Stallungen. Die weitere Einwohnerentwicklung sah so aus: 1817 gab es 309 Einwohner, 1900 waren es 424, 1935 dann 713 und fast 50 Jahre später (1984) waren es dann schon 1346 Einwohner, eine Zahl, die sich in den letzten Jahren weiter erhöht hat.

Zur kirchlichen Geschichte: Bevor Fretter 1921 zu einer selbständigen Pfarrei wurde, zählte der Ort zum Pfarrbezirk Schönholthausen. Dennoch ist davon auszugehen, dass bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine Kapelle in Fretter stand, die mit Sicherheit dann 1509 urkundlich erwähnt wird. 1929 wurde diese Kapelle dann abgerissen, da sie der neuen größeren Kirche, deren Bau bereits 1926 begann, weichen musste. Neben der katholischen Kirche gibt es in Fretter ebenfalls eine evangelische Gnadenkapelle. Der Kindergarten, der 1973 eröffnet wurde, hat als Träger die kath. Kirchengemeinde St. Matthias Fretter.

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts hat der Ort auch eine Schule. Zwischen 1789 und 1876 hatte man eine Schulvikarie. Diese wurde dann zu einer staatlichen Schulstelle. Am Spree entstand im Jahre 1909 eine Volksschule. 1967 wurde ein neues Schulgebäude eingeweiht, in dem zunächst nach der Neuordnung des Schulwesens die Grundschule und eine Hauptschule untergebracht war, die dann aber 1979 nach Finnentrop verlegt wurde.

Einige der wichtigsten Daten aus der Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte: 1393 wird eine erste Mühle in Fretter erwähnt, 1501 die erste Eisenhütte und 1509 ein Eisenhammer. Im Jahre 1880 werden die ersten Genossenschaften gegründet. Die erste Postagentur wird 1888 eingerichtet; den ersten Fernsprechanschluss erhält der Ort 1909. 1911 wird Fretter an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1914 gibt es dann auch elektrisches Licht im Dorf. Heute sind eigentlich sämtliche Wirtschaftszweige in Fretter zu finden.

Folgende Vereine bestehen heute: =>Die Schützenbruderschaft St. Matthias (seit 1860), dessen Schützenfest jedes Jahr auch sehr viele Auswärtige anzieht => MGV 1901 Fretter => Freiwillige Feuerwehr (seit 1923), deren neues Feuerwehrhaus 2000 eingeweiht wurde => SV Fretter (gegründet 1945), der im Jahr 1961 als erste Mannschaft im noch damaligen Kreis Meschede in die Landesliga aufsteigen konnte => SC Fretter (seit 1956), dem die Bereiche Leichtathletik, Ski, Tennis, Prinzen- & Funkengarde sowie seit 2001 auch Radsport untergeordnet sind. Einige Westfalenmeisterschaften und sogar eine Senioren-Vizeweltmeisterschaft konnte der Verein erringen. => Verkehrsverein (gegründet 1975) => Eddi-Schützenverein (seit 1968), der am Dienstag nach Schützenfest wohl ein einzigartiges und spektakuläres Nachfest feiert, was weit über Fretteraner Grenzen hinaus bekannt ist. Hinzu kommen die kirchlichen Vereine Kirchenchor (1978) und Frauengemeinschaft (1922).

Fretter verfügt über einige weltliche und kirchliche Brauchtümer, die in ihren Formen in Fretter teilweise einzigartig sind, ja sogar mit der Maibaumaktion hier ihren Ursprung haben. Heute zählen zu den traditionellen Brauchtümern insbesondere: Dreikönigssingen ; Lüttke Fastnacht ; Das Kläpstern: Wenn zum Ende der Karwoche vor Ostern die Kirchenglocken verstummen, dann marschieren Gruppen von Kindern zur Zeit des Angelus-Läutens durchs Dorf, die ihre Holzkläpstern schlagend die Glocken ersetzen ; Osterfeuer: Am Ostersonntag-Abend wird ein großes aus Fichten und Tannen bestehendes Feuer mit Fackeln, die an der Osterkerze entzündet wurden, entfacht ; Maibaumaktion: Am 1. Mai verteilen junge Erwachsene im Dorf gegen eine Spende mit bunten Bändern geschmückte Bäume. Der Erlös kommt der Behindertenstätte in Attendorn zu Gute.

Einer der bekanntesten Fretteraner dürfte Josef Quinke sein, der 1942 im KZ Sachsenhausen umkam. Er hatte aus christlicher Überzeugung den Soldaten an der Front Päckchen geschickt, denen er den berühmten Hirtenbrief des Münsteraner Kardinals von Galen beilegte. Papst Johannes Paul II. erklärte Josef Quinke zu einem Märtyrer des 20. Jahrhunderts. - Auf eine andere Weise erlangte Franz Josef Börger, genannt „Alter Wolf“, Berühmtheit. Als erster Pfadfinder Deutschlands gründete er 1909/10 den ersten Pfadfinderstamm in Deutschland.

 

Quellen:
Fretter - Ein sauerländisches Dorf und seine Bewohner
Zeugen für Christus - Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts