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Start Presse 2013 Im Frettertal Unmut über Dichtheitsprüfung

Im Frettertal Unmut über Dichtheitsprüfung

 Die Bürger des Frettertals, das fast komplett als Wasserschutzzone ausgewiesen ist, müssen ihre Abwasserleitungen auf Dichtigkeit überprüfen und nötigenfalls sanieren lassen und auch die Kosten dafür tragen.
Voll besetzt war die Schützenhalle in Fretter bei der Bürgerversammlung, zu der die Gemeindeverwaltung eingeladen hatte, denn Punkte wie die Dichtheitsprüfung privater Abwasserleitungen und Konzentrationsflächen für die Windenergie sind Angelegenheiten, die den Bewohnern unter den Nägel brennen. Geladen hatte die Gemeinde Finnentrop und Bürgermeister Heß sowie Aloys Weber stellten sich mit Unterstützung von Nina Klauke den Themen und Fragen der Bürger.
„Sie sind die, die um eine Prüfung nicht herumkommen“, brachte Heß es die Problematik bei der Dichtheitsprüfung für private Abwasserleitungen auf den Punkt. Das Frettertal ist zum größten Teil Wasserschutzgebiet und hier greift die neue Regelung, die seit Februar beschlossen ist. Alle Häuser in Wasserschutzgebieten, die vor dem 1. Januar 1965 errichtet wurden, müssen bis Ende 2015 geprüft werden, die anderen bis zum 31. Dezember 2020.
„Wir brauchen aber nicht nur eine Prüfungsbescheinigung“, so Heß weiter, „sondern wir schauen auch auf das Ergebnis. Und wenn Sanierungen anstehen, müssen diese gemacht werden.“ Zwischen 350 und 500 Euro wird die Prüfung kosten. „Legen sie aber noch nicht los“, bremste er anschließend die Bewohner, „die vorhandene Satzung, in der sich alle Haushalte dieser Prüfung unterziehen mussten, ist außer Kraft gesetzt und die neue Satzung wird noch vorbereitet. Außerdem ist es vielleicht möglich, sich mit der Gemeinde oder als Nachbarschaft zusammen zu schließen und so Geld zu sparen. Wir werden auf die Hauseigentümer nochmals zukommen.“
Bei der Diskussion am Ende der Versammlung meldete sich Josef Küthe zu Wort: „Das Wasserschutzgebiet ist uns schon übergestülpt worden. Das bedeutet eine Wertminderung für unsere Immobilien. Und jetzt werden wir gezwungen, die Prüfung zu machen. Dabei ist das Wasser für alle in der Gemeinde. Wir sehen nicht ein, dass wir alleine für die Kosten herangezogen werden“.
Ebenfalls mit besonderem Interesse wurde der Stand der Planungen bei der Windenergie verfolgt. „Wind wird die Stütze unserer Energieversorgung sein“, so Aloys Weber zu Beginn seiner Ausführungen. Nach intensiver Prüfung stehen mit dem Oberbecken, dem Fretterwald bei Wilde Wiese sowie Flächen nördlich von Serkenrode, nördlich von Kuckuck, nördlich von Ostentrop und rund um Schöndelt für sechs Suchgebiete für Konzentrationsflächen für neue Windräder zur Verfügung.
Es sollen drei Konzentrationszonen entstehen, in der vier bis acht Anlagen mit einer jeweiligen Leistung von drei Megawatt errichtet werden können. „Heute sind die Windräder höher als der Kölner Dom“, machte Bürgermeister Heß die Dimensionen anschaulich. Zurzeit ist noch offen, wer diese Windparks errichten soll. Wird es einen Bürgerwindpark geben, wie beteiligt sich die Gemeinde und wer sind die strategischen Partner? „Wir wollen nicht, dass Investoren aus München, die das Geld bei den Zahnärzten einsammeln, dieses komplett übernehmen und wir als Gemeinde nichts mehr steuern können“, so Heß.
Die Flächen müssen noch hinsichtlich des Artenschutzes geprüft werden und auch die Bürger und die Bezirksregierung haben ein Mitspracherecht. „Wir werden zunächst das Gespräch mit den Grundstückseigentümern suchen“, führte Heß aus.
Neben Punkten wie Schullandschaft im Frettertal, Finanzen, demografischer Wandel und Musikschule sowie das geplante Pumpspeicherwerk Sorpeberg-Glinge wurden auch Dorferneuerungsmaßnahmen für Schöndelt und Schönholthausen angerissen. „Diese werden wir aber nur umsetzen, wenn es auch von den Bürgern gewollt ist“, versprach Dietmar Heß.
So sollen in Schöndelt das Grundstück vor dem Bürgerhaus, die Straßenkreuzung an der Kirche und das Grundstück Zum Bruchhagen 10/13 verschönert werden. In Schönholthausen machen die Bruchsteinmauern an der Kirche, unterhalb des Gasthofes Steinhof, und zur Schlerre 1,2 und 3 Probleme. „Bei der Sanierung geht es um Geld, aber auch um den Dorfcharakter“, stellte der Bürgermeister fest. Zurzeit sind hier Abschnitte abgesperrt worden, da die Bruchsteinmauern wohl ihre Standfestigkeit verlieren.

Quelle: Westfalenpost